Virtuelle Bundesliga

Interview mit Tim "Latka" Schwartmann zum VBL-Finale

Interview mit Tim "Latka" Schwartmann zum VBL-Finale

Köln - Tim Schwartmann lebt seinen Traum. Der 19-Jährige ist Profi beim FC Schalke 04. Allerdings steht er nicht mit den Stars auf dem Trainingsplatz. Schwartmann hat seine Stärken auf dem virtuellen Rasen. In der FIFA-Szene ist er unter seinem Gamertag "Tim Latka" bekannt. Im Interview spricht der E-Sportler über das Finale der TAG Heuer Virtuellen Bundesliga, nennt seine Favoriten und erklärt, wie er seinen Kader im Ultimate Modus zusammenstellt.

virtuelle.bundesliga.de: Hallo Tim. Das Playoff-Turnier lief großartig für Dich. Sieben Spiele, sechs Siege ein Unentschieden - das liest sich sehr gut. War es wirklich so problemlos wie es den Anschein hat?

Tim Schwartmann: Nein, problemlos würde ich nicht sagen. Ich hatte schon in der Vorrunde sehr starke Gegner, die alle das Zeug hatten, sich für das Finale zu qualifizieren. In der K.O.-Runde habe ich dann unter anderem gegen "M4rv" von Bayer Leverkusen gespielt. Das war nicht einfach.

virtuelle.bundesliga.de: Du hast das Duell mit Marvin Hintz bereits angesprochen. Mit 3:2 und 2:2 waren das jeweils enge Spiele. Was gibt in solchen Partien den Ausschlag?

Schwartmann: Ich lag im ersten Spiel bis kurz vor Schluss mit 1:2 hinten und konnte dann noch zwei Tore machen. Das war extrem wichtig - zumal die erste Partie mein Heimspiel war. Die Ausgangslage war also gar nicht besonders gut. Im zweiten Spiel lag ich mit 0:2 hinten, habe dann aber meine Taktik umgestellt und Marvins 4-2-2-2 gespiegelt. Glücklicherweise hat das geholfen und ich konnte noch ausgleichen.

"Leon Goretzka und Divock Origi waren wichtige Spieler"

virtuelle.bundesliga.de: Bei den Liveevents der Virtuellen Bundesliga wird im Ultimate Modus gespielt, wobei sich die Teams ausschließlich aus Bundesliga-Spielern zusammensetzen dürfen. Außerdem dürfen maximal drei Spieler aus einem Club pro Mannschaft dabei sein. Erkläre doch mal, wie Du dein Team für das Playoff-Turnier zusammengestellt hast.

Schwartmann: Ich habe erst einmal nach möglichst starken Spielern gesucht, die nicht beim FC Bayern München spielen. Das war für mich ganz klar Ralf Fährmann im Tor - nicht nur weil er Schalker ist. Auch Leon Goretzka und Divock Origi waren wichtige Spieler. Meine Bayern-Achse bildeten dann Boateng, Vidal und Lewandowski. So hatte ich in jedem Mannschaftsteil einen Akteur der Münchner dabei.

(Anm. d. Red.: Das war Tim Schwartmanns Startaufstellung im Playoff-Turnier: Fährmann - Diekmeier, Sokratis, Boateng, Wendell - Origi, Vidal, Goretzka, Bailey - Lewandowski, Batshuayi)

virtuelle.bundesliga.de: Setzt Du beim Finale auf dieselben Spieler, oder hast Du Änderungen im Kopf?

Schwartmann: Nein, ich werde den Kader beibehalten. Seit dem Playoff-Turnier ist aber beispielsweise Michy Batshuayi für das Ultimate Team der Woche nominiert worden und es gibt eine stärkere Playercard von ihm. Ich nehme von jedem Spieler natürlich die beste Karte, die es gibt. 

virtuelle.bundesliga.de: Welche Spieler waren deine Schlüsselspieler beim Playoff-Turnier?

Schwartmann: Lewandowski hat zwar die meisten Tore gemacht, aber meine MVPs waren Origi und Fährmann. Origi hat fast genauso oft getroffen wie Lewandowski - und das, obwohl ich ihn auf dem Flügel eingesetzt habe. Fährmann hat mir mit einigen sensationellen Paraden Spiele gerettet. Das ist in FIFA wie im echten Fußball: Torhüter können einem schon einmal Spiele gewinnen.

"Ich versuche, den FC Schalke 04 so gut wie möglich zu repräsentieren"

virtuelle.bundesliga.de: Du bist großer Schalke-Fan. Spielt das bei deinen Entscheidungen eine Rolle?

Schwartmann: Ich versuche, den FC Schalke 04 so gut wie möglich zu repräsentieren und da muss ich auch schon einmal mit etwas unbeliebteren Spielern spielen, wenn sie die besseren Werte haben. Neben Fährmann und Goretzka habe ich übrigens auf der Bank mit Embolo noch einen dritten Schalker und damit mein Kontingent sowieso ausgereizt.

virtuelle.bundesliga.de: Mit 24 Teilnehmern ist das Finale so klein gehalten wie nie zuvor. Wie gefällt Dir das?

Schwartmann: Jetzt, wo ich im Finale stehe, finde ich das natürlich klasse (lacht). Man muss schon sagen, dass die Qualifikation weitaus schwieriger war als in den vergangenen Jahren. Ich finde aber ein übersichtliches Finalfeld gut, weil dadurch in Sechsergruppen gespielt wird, in denen sich die ersten vier für die nächste Runde qualifizieren. So hat man eher mal die Chance, ein schlechtes Spiel im Turnierverlauf wieder auszugleichen.

virtuelle.bundesliga.de: Erstmals werden auch internationale Spieler dabei sein. Kennst Du "Olimaclan" aus Chile oder "AmTuah" aus Malaysia? Kannst Du ihre Stärke einschätzen?

Schwartmann: Ich werde beide am Freitag kennenlernen, denn dann sind sie bei uns auf Schalke zu Gast. Was ich bis jetzt von ihnen gesehen habe, ist aber sehr gut. Ich gehe davon aus, dass sie gut mithalten können. Gespielt habe ich aber noch gegen keinen von beiden.

"Alle die am Wochenende dabei sind, haben auch das Zeug den Titel zu holen."

virtuelle.bundesliga.de: Wer sind für dich die Favoriten fürs Wochenende und wie siehst Du deine Chancen?

Schwartmann: Ich finde es immer schwierig, im Vorfeld eines solchen Turniers einen Favoritenkreis zu benennen. Ich glaube, alle die am Wochenende dabei sind, haben auch das Zeug den Titel zu holen. Mit "TimoX" vom VfL Wolfsburg, "TheStrxngeR" oder Titelverteidiger Cihan wird aber erfahrungsgemäß zu rechnen sein. Ich gehe nach dem starken Playoff-Turnier mit viel Selbstbewusstsein ins Finale und glaube, dass ich weit kommen kann.

virtuelle.bundesliga.de: Schalke wartet seit Einführung der Bundesliga auf eine Meisterschaft. Hast Du Dir als eingefleischter Königsblauer schon überlegt, was Du machen würdest, wenn Du gewinnst?

Schwartmann: Cihan hat ja letztes Jahr noch im Schalke-Trikot triumphiert, bevor er nach Leipzig gewechselt ist. Die VBL hat Schalke also schon ein Mal gewonnen. Ich würde aber natürlich trotzdem gerne gewinnen. Das das Finale in Dortmund ist, ist noch mal ein Stück extra Motivation. 

virtuelle.bundesliga.de: Das Finale wird neben Livestreams auf beispielweise virtuelle.bundesliga.de oder der Facebookseite von EA SPORTS FIFA auch live auf SPORT 1 im Free-TV gezeigt. Macht das ein bisschen nervös?

Schwartmann: Nein, dass es Internetlivestreams gibt, bin ich von anderen Turnieren bereits gewohnt. Ich freue mich, dass es auch im Fernsehen übertragen wird. Das pushed mich noch mal ein bisschen, weil ich weiß, dass viele Schalke Fans und Follower zuschauen und mir die Daumen drücken werden. Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben.

Das Gespräch führte Florian Reinecke